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Das französische Cholesterin-Paradox

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das bekannte „französische Cholesterin-Paradox“ möglicherweise gar nicht so paradox ist, wie bisher angenommen. Die allgemeine Verwunderung der Wissenschaftler über die französischen Essgewohnheiten und deren Auswirkungen auf die Gesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich jetzt eventuell erklären.

Frankreich ist bekannt für eine fettreiche Küche. Ein Sprichwort besagt, dass die drei Grundzutaten der französischen Gerichte 1. Butter, 2. Butter und 3. Butter sind. Trotz dieser nachgewiesenen hohen Konzentration an gesundheitsschädlichen Fetten im französischen Essen können die Franzosen mit einer guten Gesundheit und langen Lebenserwartung rechnen.

Dies ist allerdings nicht selbstverständlich, denn beispielsweise die US Amerikaner (siehe auch Cholesterinproblem in den USA), Australier, Engländer oder Mexikaner haben mit schwerwiegenden Folgen ihrer ebenfalls fetthaltigen Ernährung zu kämpfen. Jährlich sterben allein in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an den Folgen von Fettsucht – so wird es jedenfalls behauptet.

Solche Zahlen weist Frankreich jedenfalls nicht auf, im Gegenteil: die Franzosen leben im Schnitt 82 Jahre, also zwei Jahre länger als die Deutschen, und sogar vier Jahre länger als die US Amerikaner. Dieses seltsame Zusammenspiel von Gesundheit und fetter Ernährung hat viele Mediziner ratlos gemacht. Die gängige Erklärung für das französische Cholesterin-Paradox soll mit dem Wein-Konsum der Franzosen zusammen hängen…

Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, scheint es notwendig, die Auswirkungen von Cholesterin im Körper besser zu verstehen. Es gibt ja zwei verschiedene Arten von Cholesterin: das LDL Cholesterin und das HDL Cholesterin. Dem LDL wird dabei fast immer der „gesundheitsschädigende Charakter“ zugeschrieben. LDL steht für Low Density Lipoprotein und transportiert überschüssiges Cholesterin, welches nicht mehr von der Leberverarbeitet werden kann, in die Gewebe und Gefäßwände. Dadurch sollen die Gefäßwände mehr und mehr „verstopfen“ und so eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) auslösen. Und die Arteriosklerose gilt mit als die häufigste Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und viele dieser Erkrankungen enden (irgendwann) tödlich.

Das HDL (High Density Lipoprotein), erfüllt den umgekehrten Zweck: es transportiert das Cholesterin vor allem in die Leber. Das HDL wird folglich als sehr förderlich für die Gesundheit angesehen. Im Beitrag die Cholsterinbiosynthese gehe ich genauer auf die „Thesen“ und den Stoffwechsel des Cholsterins ein.

Zurück zu den Franzosen: Studien zeigen einen gewissen Zusammenhang zwischen Rotweinkonsum dem Cholesterin:

Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, wiesen bei einem Konsum von einem bis drei Gläsern Wein pro Tag höhere HDL-Cholesterin Werte auf als solche, die gar nicht oder mehr tranken. Das ergab eine Auswertung der französischen RICO-Studie mit 920 Teilnehmern.
(Quelle: aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/509448/kardiologen-maessig-wein-schuetzt-herz-bier-bringt-dagegen-nichts.html)

Da die Franzosen nachweislich einen hohen Rotwein-Konsum haben, wurde die Ursache für die Gesundheit der Franzosen (trotz der hohen Fettzufuhr) dem Rotwein zugeschrieben.

Diese international anerkannte Erklärung gerät jedoch ins Wanken, nachdem mehrere Studien zu diesem Thema einen deutlichen Abwärtstrend der französischen Gesundheit in Verbindung mit einer steigenden Fettzufuhr aufzeigen.

Denn neuen Erkenntnissen zufolge haben die Franzosen erst um 1970 herum angefangen, tatsächlich Lebensmittel mit einem hohen Fettanteil zu konsumieren. Neuen Theorien zufolge sind die Franzosen noch nicht von großen gesundheitlichen Problemen geplagt worden, da die Cholesterin-Anlagerungen sich erst mit der Zeit bilden und länger brauchen, bis sie eine gesundheitsschädliche Wirkung entfalten. Seit dem die Ernährung in Frankreich reichhaltiger wurde, sind auch die Cholesterinwerte im Körper gestiegen. Innerhalb von knapp zehn Jahren, zwischen 1970 und 1980, haben sich die Cholesterinwerte der Franzosen denen der Engländer angeglichen. Daher wird vermutet, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die Franzosen mit denselben gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, wie die Engländer und US Amerikaner.

Dennoch haben Wissenschaftler aus aller Welt das Phänomen des Französischen Cholesterin-Paradoxons untersucht und grundlegende Unterschiede zwischen der französischen und amerikanischen Ernährung zusammengestellt.

Die Gesundheit wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dies gilt auch für die Ernährung. Die Franzosen essen grundsätzlich hohe Mengen an Ballaststoffen aus Vollwertprodukten. Ballaststoffe werden von Medizinern mit einem niedrigen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht. Des Weiteren ist die Qualität des konsumierten Alkohols in Frankreich grundsätzlich zu unterscheiden von jenem in Amerika. Für Franzosen gehört es zur Tradition, zum Essen ein gutes Glas Wein zu trinken. Dabei wird dieses relativ langsam neben dem Essen getrunken und somit dem Körper in mäßigen Mengen zugeführt. Außerdem trinken die Franzosen viel Rotwein, welcher als gesünder gilt, als zum Beispiel Bier oder hochprozentige Spirituosen.

Ein weiterer Faktor der diskutiert wird: Nüsse

Für viele Ernährungswissenschaftler und -berater ist heutzutage klar, dass Nüsse ein wichtiger Bestandteil von gesunder, reichhaltiger Ernährung sind. Nüsse enthalten gesundheitsfördernde ungesättigte Fettsäuren. Viele Figurbewusste meiden deshalb Nüsse, doch dieser Ansatz ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen falsch. Franzosen konsumieren durchschnittlich wesentlich mehr Nüsse als Amerikaner, was ebenfalls das Risiko der Kreislauferkrankungen senken soll.

Zu guter Letzt scheinen auch die Portionsgrößen entscheidend für die gute Gesundheit der Franzosen zu sein: diese sind meist kleiner und geregelter als jene in Amerika. Eine regelmäßige Nahrungsaufnahme mit Frühstück, Mittag- und Abendessen ist gesünder als ständiges Naschen und unkontrollierte Zufuhr von kleinen oder großen Snacks…

Was Sie auch noch interessieren könnte: Das Cholesterinproblem in den USA

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Beim Thema Cholesterin erlebe ich immer wieder, wie verunsichert viele Patienten sind: Welche Werte sind wirklich bedenklich? Wann sind Medikamente sinnvoll? Und was lässt sich durch Ernährung und Naturheilkunde erreichen?

In diesem Cholesterin-Lexikon möchte ich solche Fragen verständlich beantworten, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch prüfen und meine Erfahrungen aus der Naturheilpraxis weitergeben.

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