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Weniger Aufnahme von Cholesterin über die Ernährung

Viele Mediziner sind sich einig, dass die Cholesterinzufuhr über die Nahrung auf 300 mg pro Tag beschränkt bleiben sollte, um keine zusätzlichen Risiken zu schaffen.

Ein Eigelb oder 100 g Butter – der Patient soll sich entscheiden. Die Laborwerte geben exakte Auskunft über den Cholesterinwert des untersuchten Blutes, umstritten bleibt jedoch die Interpretation. Oft gelten 200 mg/dl als obere Grenze – viele Mediziner sehen aber auch bei 300 mg noch keinen akuten Handlungsbedarf, sehen in zu niedrigen Werten sogar ein erhöhtes Krebsrisiko. Eine Cholesterinkonzentration, die auf Dauer über 300 mg/dl liegt, wird allerdings durchweg als Erkrankung ausgelegt. Und natürlich will man dagegen die beliebten Cholesterin-Medikamente verordnen...

Eine mögliche Lösung: Der extrem hohe Anteil tierischer Fette an unserer Ernährung muss zugunsten pflanzlicher Fette reduziert werden. Ballaststoffe in Form von Vollkornprodukten, Obst, Salat und Gemüse, bis zu 50 g pro Tag sorgen für ein gesundes Gleichgewicht.

Apfelpektine, Guarbohnenmehl und Haferkleie (beispielsweise in Form von handelsüblichen Haferflocken) sind unkomplizierte und durchaus wirkungsvolle natürliche Cholesterinsenker.

Wichtig wäre aber auch das Ersetzen gesättigter Fettsäuren (in tierischen Fetten) durch mehrfach ungesättigte. Distelöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Erdnussöl sind gute Beispiele für Lieferanten ungesättigter Fettsäuren, die als Antioxidantien arbeiten.

Die Bedeutung einer bewussten Ernährung war übrigens in der Medizin vor zwanzig Jahren noch kein großes Thema. Erst in den letzten Jahren machen Studien deutlich, wie sehr das Risiko einer Erkrankung des Herz- und Kreislaufsystems durch eine Umstellung der Ernährung auf Vollwertkost und durch Verzicht auf das Rauchen gesenkt werden kann.

Ein klassischer Risikofaktor für mehere Erkrankungen ist das Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme senkt oftmals auch den Lipidanteil im Blut. Sport ist eine Element zur Gewichtsreduktion. Bewegung allein reicht aber nicht aus. Der Körper muss schon ins Schwitzen kommen und der Pulsschlag sich erhöhen. Genauso wichtig ist der direkte Einfluss sportlicher Betätigung auf die Zusammensetzung des Cholesterins: das "gute" HDL-Cholesterin erhöht dabei seinen Anteil am Gesamtcholesterin und baut mehr Fettablagerungen in den Gefäßen ab.

Genau das Gegenteil hat Nikotinaufnahme zur Folge: Das "schädliche" LDL-Cholesterin nimmt im Vergleich zum HDL-Protein zu.

Auch zu viel Kaffee (ca. mehr als fünf Tassen) verschlechtert den Fettstoffwechsel. Bitter für Patienten, die auf Medikamente angewiesen sind, ist die Erkenntnis, dass Kontrazeptiva genauso wie Beta-Blocker und Diuretika und anderem den Fettstoffwechsel zum Nachteil des Patienten beeinflussen.

Auch wenn er nicht in Gramm oder Prozenten gemessen werden kann: Stress verursacht Blutfettstörungen. Persönlichkeitsstörungen, hervorgerufen durch das sozioökonomische Umfeld in unserer Gesellschaft, schaden der Gesundheit wie eine Infektion. Cholesterin, der Hormonhaushalt und die Psyche stehen anscheinend in einem gegenseitigen Einflussverhältnis. Mehr dazu im Beitrag "Blutfettwerte und Psyche".